08.04.19

DIE MAUER von John Lanchester

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Titel: Die Mauer
Autor: John Lanchester
Verlag: Klett-Cotta
Seitenanzahl: 348
Et: 31. Januar 2019
ISBN: 978-3608963915
Preis: 24,00€ [D] [gebunden]

Klappentext:
Joseph Kavanagh tritt seinen Dienst auf der Mauer an, die England seit dem großen Wandel umgibt. Er gehört nun zu jener Gruppe von jungen Menschen, die die Mauer unter Einsatz ihres Lebens gegen Eindringlinge verteidigt. Der Preis für ein mögliches Versagen ist hoch. Schaffen es Eindringlinge ins Land, werden die verantwortlichen Verteidiger dem Meer – und somit dem sicheren Tod – übergeben. Das Leben auf der Mauer verlangt Kavanagh einiges ab, doch seine Einheit wird zu seiner Familie, und mit Hifa, einer jungen Frau, fühlt er sich besonders eng verbunden. Gemeinsam absolvieren sie Kampfübungen, die sie auf den Ernstfall vorbereiten sollen. Denn ihre Gegner können jeden Moment angreifen. Und die sind gefährlich, weil sie für ein Leben hinter der Mauer alles aufs Spiel setzen. 
John Lanchester geht in seinem neuen Roman alle Herausforderungen unserer Zeit an – Flüchtlingsströme, wachsende politische Differenzen und die immer größer werdende Angst in der Bevölkerung – und verwebt diese zu einer hochgradig spannenden Geschichte über Liebe und Vertrauen sowie über den Kampf ums Überleben.

Meinung:
Das Cover finde ich insofern interessant, dass ganz ein anderer dramatischer Aspekt der Geschichte aufgegriffen wird, als in dem Titel und diese somit unabhängig voneinander polarisieren. 
Die wichtigsten Charaktere des Buches, alle eher reserviert und teilweise doch sehr fremdenfeindlich, passen super in die Zeit des Brexits, extrem starker Migrationsströme und der wohl fatalsten Klimakrise in der bisherigen Geschichte der Menschheit. 
Obwohl das Buch im eigentlichen Sinne eine Dystopie ist, so finden sich doch schon viele der angesprochenen Problematiken in der Gegenwart wieder. 
Leider fällt der Einstieg in die Geschichte, nicht zuletzt auf Grund der Distanz zu den Charakteren, sehr schwer. Auch für den weiteren Verlauf der Geschichte sind die Charaktere mit ihrer all anwesenden Trübseligkeit und Monotonie eher anstrengend als mitreißend.
Der Schreibstil ist interessant, ist an einem gewissen Punkt aber einfach nur noch anstrengend, sodass auch dieser nicht zu einem angenehmen Lesefluss beitragen kann. 
Der Plot der Geschichte basiert definitiv auf interessanten, oftmals recht realistischen Punkten. Leider ist ebendieser an vielen Stellen etwas konfus und unbefriedigend umgesetzt, sodass auch der Plot nicht wirklich mitreißen kann..

Fazit:
Leider konnte mich das Buch, trotz vieler interessanter Ideen nicht überzeugen. Daher gebe ich nur einen Stern: 🌟☆☆☆☆.

Vielen Dank dennoch für das Rezensionsexemplar. 

30.03.19

LAND OF STORIES: DIE SUCHE NACH DEM WUNSCHZAUBER von Chris Colfer

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Titel: Die Suche nach dem Wunschzauber 
Originaltitel: The Land of Stories: The Wishing Spell
Reihe: Band 1- Land of Stories: Das magische Land
Autor: Chris Colfer 

Hardcover
Verlag: FISCHER Sauerländer
Seitenanzahl: 480
Et: 13. März 2019
ISBN: 3737356327
Preis: 18,00€ [D] 

Hörbuch
Sprecher: Rufus Beck
Verlag: argon hörbuch
Spieldauer: 776 Minuten
Preis: 17,49 [D] [Audio-CD] 

Klappentext:
Als Alex und ihr Zwillingsbruder Conner ein altes Buch zum Geburtstag geschenkt bekommen, ahnen sie nicht, dass der dicke Schmöker ein Portal in ein magisches Reich ist. Sie geraten in eine Welt, in der es nicht nur gute Feen und verwunschene Prinzen gibt, sondern auch ein böses Wolfsrudel und eine noch viel bösere Königin. Doch ganz so einfach ist die Sache mit Gut und Böse leider nicht. Denn in all den Jahren nach dem Happy End haben die Märchenwesen einige Marotten entwickelt, was die Zwillinge in so manche verzwickte Lage bringt. Außerdem haben sie nicht den blassesten Schimmer, wie sie wieder nach Hause finden sollen. In einem geheimnisvollen Tagebuch steht die Lösung – doch hinter dem ist auch die böse Königin her …

Meinung:
Schon das, im wahrsten Sinne des Wortes, Märchenhafte Cover verspricht viel.
Im Gegensatz zu Büchern, wie den Narnia Chroniken oder Alice im Wunderland, zu denen das Buch definitiv ein paar Parallelen aufweist, basiert diese Geschichte allerdings auf altbekannten Märchenfiguren.
Das Cover schafft einen Bildlichen Einstieg in das Geschehen. Zwei Kinder, die in ein märchenhaftes Land, die Heimat von Feen, Lebkuchenhäusern, wundersamen Bohnenranken, Schneewittchen und Dornröschen purzeln.
Die Geschichte, eigentlich für Kinder bestimmt, eignet sich meiner Meinung nach für jeden Märchenliebhaber. Colfer schafft es, mit viel Witz, aus alten, bekannten und oft adaptieren Geschichten, etwas ganz Neues zu schaffen und den Leser mit seinem wunderbaren Schreibstil in seinem magischen "Land of Stories" zu fesseln. Obwohl die Sprache, gerichtet an junge Lesende, eher schlicht und einfach gehalten ist, scheint sie keineswegs langweilig. Im Gegenteil hat sie etwas nicht ganz greifbares, besonderes an sich.
Total faszinierend fand ich es, dass Colfer mit den Konventionen gebrochen und Sympathie auch, für seine Bösewichte geschaffen hat. Damit zeigt er auf eine sehr erstaunliche Art und Weise, dass eben doch nicht alles nur schwarz oder weiß ist. 
Ergänzend für das Format Hörbuch kannich nur sagen: Rufus Beck ist genial! 

Fazit:
Ein absolutes Muss für alle Märchenfans Gerne gebe ich dem Buch 5 Sterne: 🌟🌟🌟🌟🌟.

Vielen Dank an den Verlag, der mir das Hörbuch als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat! 

Alles Liebe, 
Eure Eve

10.03.19

DAVOR UND DANACH von Nicky Singer

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Titel: Davor und Danach - Überleben ist nicht genug
Originaltitel: The Survival
Autor: Nicky Singer
Verlag: Dressler
Seitenanzahl: 384
Et: 21.01.19
ISBN: 978-3-7915-0100-0
Preis: 19,00€ [D] [Taschenbuch]

Klappentext:
Was zählt, wenn die Welt am Abgrund steht? Verändern Klimawandel und Flucht unsere Menschlichkeit?
Die 14-jährige Mhairi lebt in einer Welt in der es zu viele Menschen gibt und Wasser nur noch im Norden zu finden ist. Sie besitzt zwei Dinge: einen Revolver und ihre Papiere. Ihr einziges Ziel ist es, zu überleben. Dank ihrer Papiere wird es Mhairi bis in den Norden schaffen. Hoffentlich. Doch dann trifft sie kurz vor dem Grenzpunkt einem kleinen Jungen. Ist sie bereit, alles für ihn zu riskieren?

Meinung:
Die Aufmachung ist definitiv ein Hingucker hat mir persönlich das Lesen aber gleichzeitig auch sehr erschwert. Dennoch finde ich es super, dass der Titel nicht auf dem Cover steht. So wird eine gewisse Anonymität erzeugt, welche auch ein wesentliches Element der Geschichte bildet.
In vielen, kurzen Kapiteln erzählt Nicky Singer ihr Buch. Dabei schafft sie es auf sehr beeindruckende Art und Weise eine gewisse Ruhe im Handlungsstrang zu wahren, trotz vieler rasanter Momente und der, zuvor bereits genannten, teils sehr kurzen Kapitel. Auch sehr bemerkenswert ist, dass die Autorin ihre Sätze recht minimalistisch aufbaut und diese zwar immer wieder abgehakt wirken, aber keinesfalls unvollständig.
Es gibt immer wieder Wendungen, die mich sehr überrascht haben und die Geschichte unglaublich spannend machen. Gleichzeitig werden auf eine recht unterschwellige Art und Weise immer wieder sehr aktuelle politische Themen, insbesondere den Strom von Flüchtenden, Überbevölkerung und stellenweise auch die ersten Folgend des Klimawandels behandelt. Ohne viele Worte zu verschwenden oder zu sehr ins Detail zu gehen, regt die Autorin zum Nachdenken an.
Bei der Protagonistin Mahiri kann man gut beobachten, wie sehr sie auf ihrer Reise an sich selbst wächst. Kann man ihr anfangs ihr junges Alter gerade so noch glauben, so wird scheint es zum Ende beinahe unmöglich, wie sehr sie sich in der kurzen Zeit verändert hat und doch so authentisch.

Fazit:
Auch wenn ihr politische Bücher normalerweise nicht mögt, kann ich euch dieses umso mehr empfehlen. Allein die Geschichte ist ganz große klasse! Ich gebe 5 Sterne: 🌟🌟🌟🌟🌟.

Vielen Dank an Vorablesen.de und den Dressler Verlag für das Rezensionsexemplar.

Bis bald. Liebst
Eure Eve

06.03.19

Tabuisierungen - Wenn Amazon und Eltern Themen "schwierig" machen

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Image by RobinHiggins on Pixabay



Vor kurzem habe ich eine Bücherliste auf Amazon entdeckt, die den Namen "Schwierige Themen" trägt. Nur wenige Stunden zuvor habe ich in einem Arbeitskreis (AT: Sexting) mit Leuten, die in Schule, Jugendzentrenin, bei der Polizei, der Jugenddrogenberatung, oder einer Beratungsstelle für (sehr) junge Missbrauchsopfer über das Thema Tabuisierung gesprochen. Das hat mich zum Nachdenken gebracht:

Reden ist wichtig! Reden ist Gold!
Manche Themen werden einfach totgeschwiegen. Besonders in der Selbstfindung ist aber genau das ein riesiges Problem!
Immer mehr Schulen haben mit Sexting und nationalsozialistischen Schmierereien oder Nachrichten sowie Pornos in den Klassenchats zu kämpfen. Genau das ist mittlerweile auch schon in vereinzelten Grundschulen Thema!
Gleichzeitig berichtete mir eine Schulsozialpädagogin vor kurzem, dass sich viele Naturwissenschaftslehrer nicht imstande fühlten, mit Schülern der Unterstufe die Sexualkunde zu behandeln, da Eltern mit Klagen drohten. Ist dies nicht der Fall, reicht die Unterrichtsdiskussion dennoch selten über das Sexualverhalten in heteronormativen Beziehungen aus.
Kinder sind Neugierig. Wenn also in der Schule nicht über bestimmte Themen gesprochen wird, dann muss das Internet herreichen. Statt die Kinder zu begleiten, lassen Eltern, die den Lehrern mit Klagen drohen, ihre Kinder also auf die vielen Impressionen des Internets los. Denn Hand aufs Herz, Eltern, die offene, aufklärende Gespräche im Unterricht verbieten, werden sich wahrscheinlich auch nicht selber mit ihren Kindern hinsetzen und diese aufklären. Auch eine hinreichende Medienbildung kommt in vielen Familien zu kurz, stattdessen werden die Augen verschlossen und nutzlose Verbote ausgesprochen. Gar nicht so unwahrscheinlich ist es, dass die Kinder dabei auf eine falsche Internetseite stoßen und Inhalte so komplett ungefiltert und unkommentiert auf das Kind wirken.
Nun bräuchten die Kinder jemanden zum reden, nur wen? Oft haben Kinder das Gefühl sich ihren Eltern nicht anvertrauen zu können. Warum? Weil Eltern genau diese Themen, die nun wichtig für das eigene Kind sind, ja von vornherein als „falsch“, „nicht richtig“ oder schlichtweg als „tabu“ deklarieren.
Immer wieder kommen Eltern sogar zur Jugendberatung für Gewalt und Missbrauch und wollen, dass man ihren Kindern, die sich in der Opferposition befinden, dort Standpauken hält. Sie hätten doch vorsichtiger sein sollen. Wie aber, soll hier eine vernünftige Gesprächskultur entstehen? Wenn sie das Gefühl haben, anschließend als die schuldigen betrachtet zu werden, ist es umso schwerer, sich gegenüber ihren Eltern zu öffnen.
Fast genauso problematisch, ist es, dass unsere Gesellschaft die Tabuisierung verschiedener Themen immer wieder vorgelebt bekommt. Beispielsweise gibt es auf Amazon die Jugendbuchkategorie „Schwierige Themen“. Aber was genau sind Bücher mit „Schwierigen Themen“?
In der Kategorie lassen sich Bücher finden, die sich mit gleichgeschlechtlicher Liebe, Feminismus und Rassismus auseinandersetzen.
Nun stellt sich die Frage, was genau diese Themen so schwierig macht. Die ihnen innewohnende Kontroversität ist nicht nur unnötig, sie führt auch dazu, dass sich Menschen schnell schuldig fühlen, wenn sie selbst von einem oder mehren dieser Themen betroffen sind. Sie können nicht offen über für sie wichtige Themen sprechen, aus der Angst heraus, damit jemanden anzugreifen oder in eine unbehagliche Lage zu bringen, wenn nicht sogar selber in einer unangenehmen Konversation enden.
Warum also ausgerechnet die Bezeichnung „Schwierige Themen“? Sind es nicht viel mehr wichtige Themen? Diese Bücher sollen aufklären, doch genau solche Bezeichnungen wie „Schwierige Themen“ führen dazu, dass nicht nur die Themen an sich tabuisiert werden, sondern auch die Bücher, die etwas gegen diese Tabuisierungen ausrichten könnten.

Der höchst aktuelle Kampf für und gegen Artikel 13 ist übrigens auch maßgeblich was das Thema Tabuisierung angeht. Ob Meinungsäußerung dann noch so möglich ist wie bislang, ist wohl eher unwahrscheinlich. Wenn ihr etwas dagegen tun wollt, könnt ihr am 23.03.2019, dem Europaweiten Demotag auf die Straßen gehen oder wenn ihr selber verhindert seid zumindest Andere motivieren, zu demonstrieren.. Hier findet ihr mehr Infos (Link)

Heute mal ein etwas anderes Thema, ich hoffe es hat euch dennoch irgendwie interessiert.

Bis bald! Liebst
Eve

25.02.19

DAS VOLK DER BÄUME von Hanya Yanagihara

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Titel: Das Volk der Bäume
Originaltitel: The People in the Trees
Autor: Hanya Yanagihara 
Verlag: Hanser Berlin
Seitenanzahl: 480
Et: 28. Januar 2019
ISBN: 978-3446262027
Preis: 25,00€ [D] [Hardcover]

Klappentext:
Was als packende Expedition in der Dschungelwelt Mikronesiens beginnt, wird zur Begegnung mit den Abgründen des Menschlichen. In ihrem Roman erkundet Hanya Yanagihara, wie Neugier in Gier umschlägt - nach Ruhm, nach Liebe - und wie weit wir dafür zu gehen bereit sind. Der junge Arzt Norton Perina kehrt mit einer unfassbaren Entdeckung von der Insel Ivu'ivu zurück: Hat er wirklich ein Mittel gegen die Sterblichkeit gefunden? Eine uralte Schildkrötenart soll die Formel des ewigen Lebens bergen. So kometenhaft er damit zur Spitze der Wissenschaft aufsteigt, so rasant vollzieht sich die Kolonisierung und Zerstörung der Insel.

Meinung:
Passend zum Aufbau des Buches, erinnert mich das Bild auf dem Cover sehr an das einiger Biographien. 
Den Schreibstil finde ich total Klasse. Man wird beinahe in das Geschehen hineingezogen und kann das Buch einfach nicht mehr aus der Hand legen. 
Obwohl der Roman ein Wenig leichter ist, als Yanagiharas "Ein wenig Leben", hat auch dieses Buch einige Passagen, die ziemlich schwer sind und die den Leser definitiv zum Nachdenken anregen. 
Gleichzeitig besitzt das Buch eine Leichtigkeit, die sich von Anfang bis Ende über die Geschichte hinweg zieht. 
Besonders ist, wie auch schon bei Yanagiharas "Ein wenig Leben", die Art und Weise, wie das Buch erzählt wird. Denn obwohl der Roman aus der Innensicht erzählt wird, reflektiert der Ich-Erzähler seine Geschichte bereits selber. Außerdem gibt es einen weiteren Ich-Erzähler, der die Memoireähnliche Erzählung immer wieder, in Form von nachträglich angefügten Fußnoten, kommentiert. 
Zudem schafft es Yanagihara, dem Leser bereits nach wenigen Seiten das Gefühl zu geben, den Protagonisten zu kennen und dennoch immer wieder neue Wahrheiten über diesen ans Licht kommen zu lassen. 

Fazit:
Wieder einmal hat Yanagihara es geschafft, mich total mit ihrer Geschichte zu fangen. Ich gebe gerne 5 Sterne: 🌟🌟🌟🌟🌟.

Vielen Dank an den Hanser Verlag für das Rezensionsexemplar!

Bis bald 
Eure Eve

DIE MAUER von John Lanchester